Armin Akermann von Kindweiller
1983 als Wiederverkörperung erkannt und daher bekannt als: Tsa Ugh Dorje Lhokar Rinpoche
1934-2012

Armin-la wurde am 29. Oktober 1934 in Basel, Schweiz, als ältester Sohn von Dr. med. Armin Ackermann und seiner Frau Lucie geb. v. Kindweiller, geboren. Später bekam er noch zwei Brüder, mit denen er sich zeitlebens sehr verbunden fühlte. Er durchlebte eine schöne Kindheit und Jugend, geprägt durch den Kunstsinn seiner Eltern, aber auch durch das starke Pflichtbewusstsein seines Vaters. Armin absolvierte das humanistische Gymnasium und inskribierte JUS an der Universität in Basel. Jedoch mit 21 verließ er ohne ein Wort an seine Familie die Stadt und erst nach sechs Wochen kam eine Nachricht – aus Wien. Er hatte die Aufnahmeprüfung ins Reinhard-Seminar für alle drei Fächer: Schauspiel, Regie und Bühnenbild, geschafft. Und so blieb er seit 1955 in Wien. Er erreichte den Abschluss in allen drei Fächern, begann noch ein Studium der Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft, aber vor allem arbeitete er an Theaterinszenierungen und an Bühnenbildern in Wien, der Schweiz und Deutschland. Unterdessen hatte er den Künstlernamen Akermann ohne "ck" angenommen. Später wechselte seine Aktivität mehr zu Film und Fernsehen. Er gründete auch eine eigene Familie und wohnte in N.Ö. im Schloss Hagenberg. In dieser Zeit war er befreundet mit den Mitgliedern der Wiener Gruppe, Friedrich Achleitner, H. C. Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Oswald Wiener, eng befreundet: „Einerseits habe ich mehrere ihrer Bühnenwerke inszeniert, andererseits bin ich durch sie zur literarischen Figur geworden: als Oppenheimer in Konrad Bayers autobiographischem Roman "Der sechste Sinn"; als Akermann de Kindswyler in H. C. Artmanns autobiographischem Roman Wie ein Brotwecken auf einem heißen Stein - auf der Suche nach dem gestrigen Tag.“ Von 1985 bis 1992 waren es vor allem die legendären „Fenstergucker“, wo er Regie führte. 1982, nach dem Tod seiner Mutter, durch die so heimtückische Krankheit Krebs, suchte Armin-la nach einer Möglichkeit Sterbenden zu helfen und fand sie kurz danach in der Technik des PHOWA. Er traf Ayang Rinpoche zu einem Phowa-Kurs in Semriach (Deutschland), wo er dann Zuflucht nahm und Eingang zum Buddhismus fand. Enthusiastisch, wie es seinem Naturell entsprach, bemühte er sich auch gleich sehr zielgerichtet, alle Möglichkeiten ausschöpfend, darum, dass der Buddhismus in Österreich als Religion anerkannt wurde. Er hatte Ayang Rinpoche nach Wien eingeladen, das er dann im Januar 1983 besuchte, wobei er in Armin-las Wohnung in der Schönlaterngasse wohnte. Während dieses Besuches hatte Ayang Rinpoche eine Traumsequenz, in der ihn die große Schützerin der Drikung-Linie, Achi Chökyi Dölma, aufsuchte und ermahnend zu ihm sagte: „Du kennst Deine Leute nicht“. Sie meldete sich noch einmal mit dem gleichen Satz und zeigte ihm dabei ihren Spiegel der Drei Zeiten in dem Armin-las Gesicht zu sehen war. Ayang Rinpoche fragte dann diesbezüglich S.H. Drikung Kyabgön, das Linienoberhaupt, und dieser anerkannte Armin-la als die Wiederverkörperung des im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts verstorbenen Yogi und Mahamudra-Linienhalters, als den 8. Tsa Ugh Dorje Lhokar. Armin-la wollte sich zeitlebens zu diesem Thema nicht festlegen. Tatsache ist nur, dass ihm viele Dinge einfach leichter fielen als anderen Praktikannten/innen. Jetzt während dem letzten Jahr, in den langen Nächten seiner schweren Krebserkrankung erzählte er mir öfters von Bildern tibetischer Landschaften, den lieblichen Blumenwiesen von Drikung…Aber auch früher schon, z.B. als er von seiner ersten Reise nach Tsa Ugh im Drikung Gebiet in Tibet zurückkam, berichtete er mir erfreut und überrascht: „…die Höhle,…der 7. Tsa Ugh wohnte gar nicht direkt in der Höhle, sondern in einem Häuschen. Jetzt verstehe ich meine Träume, die Holzkonstruktion – ich sah sie in meinen Träumen und auch das "Südloch (Lhokar)" in der Höhle, es war so klein wie in meinem Traum…“ Er konnte sich also schon vage an seine frühere Existenz erinnern, erachtete er es nie als bedeutend: „Wir sind alle Reinkarnationen mit mehr oder weniger Erinnerung daran.“ pflegte Armin-la zu sagen. September 1983 gründete Lama Sönam Jorphel, Drubpön Rinpoche, unser jetziges Zentrum: „Drikung Phuntsog Chöling“, und 1986 wurde der Orden in die ÖBR aufgenommen. 1998 machte Armin-la sein Abschluss-Retreat zur Ausbildung als Lehrer der Drikung-Linie. Die Zeit des Lernens konnte er, dank seines Berufes, manchmal sehr intensiv durchführen. Nur nahm – je tiefer er eindrang in die innere Welt – seine aktive Seite im ORF und Rundfunk mehr und mehr ab. Als er, bedingt durch einen Unfall im November 1998, dann 1999 in Pension gehen konnte, nahm er mit sehr viel Elan seine Lehrtätigkeit auf. Er hielt Seminare, gab Einweihungen und Belehrungen dazu, hier in Österreich sowie auch in Frankreich. 2005, nach einer Schilddrüsen Operation wurde er müde und versuchte mehr und mehr seine Ämter zurückzulegen und die Lehrtätigkeit nur mehr beschränkt aufrecht zu erhalten. Im Bewusstsein um die Wichtigkeit von Orten der Kontemplation und der Schulung des Geistes in unserer schnelllebigen Zeit, begann er 2010 sehr intensiv nach einem, nicht allzu weit von Wien gelegenem Ort zu suchen, der sich auch für kleinere Klausuren eignet. Es war sein gelebter Wunsch, die östliche und westliche spirituelle Tradition, trotz der Verschiedenheit der Ausprägung, in ihrer Einheit und Ganzheitlichkeit des Ziels zu erfassen. Um diesem Gedankengut, das er zeit seines Lebens gesammelt hatte auch nach seinem Tod ein „zu Hause“ zu geben, suchten wir schon durch lange Jahre nach einem Landzentrum. Er muss wohl gespürt haben, dass es notwendig zu handeln und so entschlossen wir uns im August 2010, vor zwei Jahren also, zu dem Kauf eines Bauernhofes in Tschechien, 300m entfernt von der österreichischen Grenze. Er entsprach Armin-las Vorstellungen eines Seminarzentrums und unseren finanziellen Möglichkeiten. Die Renovierung ist im Begriff, nur leider wird er die Fertigstellung nicht mehr sehen, denn am 6. August hat Armin-la seinen schweren monatelangen Kampf gegen den Krebs aufgegeben und den Todesprozess, den wir ja im Tibetischen Buddhismus durch die Jahrzehnte eingeübt hatten, zugelassen. Um 8:18 ist sein äußerer Atem für immer still gestanden. Wir werden das „Große Haus“ in Vratenín, Tschechien, an der Grenze zu Drosendorf, Österreich, fertig renovieren und es wartet dann auf seine Bewohner, um ihnen die Wunder der Einheit zwischen Ost und West zu vermitteln. Wer hätte es besser gekonnt als der 8. Tsa Ugh Dorje Lhokar Rinpoche. Seine letzten Worte an mich waren: "Wir schaffen es!" nur über das WIE hat er wenig Hinweise gegeben…Überraschung…die Zeit wird es zeigen.

Am 27.September wurde seine Asche in Basel im Grab seiner Eltern beigestzt

Meditations-und Kulturzentrum "Zum Goldenen Stern"

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